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KAUFBERATUNG: ACHTUNG AUF DIE STRETCHPARTIE!

Grundsätzlich gilt bei Limousinen die gleichen Richtlinien wie bei jedem Autokauf. Ist einmal die Entscheidung für ein bestimmtes Modell in einer bestimmten Preiskategorie gefallen, kommt es darauf an, das Beste für den besten Preis zu bekommen. Bei neuen Limousinen wird es kaum Überraschungen geben, bei gebrauchten gilt natürlich: Checken und Checken lassen!  Bedingt durch das "Stretchen" ergeben sich zusätzlich zu normalen Achtungspunkten stretchspezifische Punkte, die besonders ihrer Aufmerksamkeit bedürfen.

VERWINDUNG
Durch die Überlänge sind Verwindungen an der Karosserei nahezu vorprogrammiert. Obwohl bei den meisten Limos Versteifungen im Schwellerbereich eingezogen sind, kann durch Alterung oder schlichtweg Unterdimensionierung die Karossereiverwindung zum echten Problem werden. Besonders um ältere Superstretchlimos ranken sich zu diesem Thema wilde Geschichten. Einfacher Test: Ein Vorderrad einseitig auf die Bordsteinkante stellen, nacheinander alle Türen öffnen und beim Schliessen auf das Türspaltmass achten. Sofern sich die Tür überhaupt schliessen/öffnen lässt.... Das Gleiche mit dem Hinterrad und der anderen Fahrzeugseite.

DACH
Hier wurde konstruktionsbedingt von vielen Herstellern massiv gespachtelt. Durch Vibrationen und verdampfte Weichmacher wird die Spachtel spröde und zerbröselt. Auch die Vinylhaut -sofern vorhanden- ist manchmal ein guter Feuchtigkeitsspender, besonders wenn irgendwo schadhafte Stellen sind. Fehler und Rostblasen darunter sind an und für sich gut fühlbar, manchmal auch schon sichtbar. Eine Reparatur ist "relativ" einfach, da dank Vinyl später keine sichtbaren Stellen bleiben, die aufwendig zu finishen sind. Wer kein Bastler ist oder zumindest einen sehr sehr gut kennt, sollte lieber eine Limo im Topzustand suchen, da solche Arbeiten relativ zeit- und sofern fremdvergeben, auch kostenintensiv sind.


(Photo: Marc Fischer)

Wenn die Spachtelmasse verwindungsbedingt Risse bekommt, siehts so aus.


DIE MITTELTÜREN
Während (fast) alle anderen Teile der Serie entstammen, sind die Mitteltüren Sonderanfertigungen (meist die
hintere Häfte der Vordertür und die vordere Hälfte der hinteren Tür, überzogen mit adaptierter Türhaut oder 
einer Blechtafel). Ersatz gibt es nur für Fahrzeuge von derzeit noch aktiven Herstellern. Binz zum Beispiel
liefert neue Kunststofftüren für die E-Klasse innerhalb weniger Werktagen montagefertig - und weltweit.
Wurde die Mitteltür nicht gut konserviert und/oder Hohlraum-serviert, kann es im Extemfall wie unten
aussehen. Dazu noch ein zwei Spuren von Strassenkämpfen und eine Tür muss komplett neu aufgebaut
werden. Nur was für Profis! (Bild eines bereits 28 jährigen W123 Boonackers mit ca. 3facher Tachoumdrehung!!) 


(Photo: Thomas Majewski)

UNTERBODEN, BODENBLECHE
Im Einschweissbereich unten kann es ebenso Probleme geben. Sei es
durch Kondenswasser von inner her wie auch Verwindungsrisse an den
Schweissnähten beziehungsweise durch zuwenig Rostschutzvorsorge
oder Beschädigungen.

Das wars im grossen und ganzen auch schon an Aufmerksamkeit
gegenüber normalen Versionen. Grundsätzlich gilt: Basisinformationen
über den Typ sammeln und extra noch einen Blick auf die
"strechspezifischen" Stellen legen. Ich technischen Bereich wird es die
KARDANWELLE 
sein, die EXTRA angefertigt wurde.

Stretchlimo-Erstkäufer - und NUR DIESE (!!!) sind für den Hersteller
von besonderem Interesse sind Limoservice und Begleitfahrzeuge.
Konkret: Die Nutzungsdauer ist relativ beschränkt,
die Limos stehen entweder im Dauereinsatz, damit sie sich rechnen
oder werden im Prstigfesektor durch das jeweils neueste Modell ersetzt.
Womit "Langlebigkeit" und "Robustheit" nicht wirklich kaufentscheidende
Faktor sind. Genau das wirkt sich manchmal auch auf die Herstellerqualität
aus. Gelten die europäishcen Hersteller noch als einigermassen
Qualitätsverbunden und vor allem mit "Rost" konfroniert, so siehts im
sonnigen Kalifornien vielleicht damit schon wieder anders aus...
"Pimp my Ride" von MTV gibt übrigens hervorragend Einblick in
qualitativ hochwertige US-Autobauweise. Zentimeterdicke Spachtel ist
in den US keineswegs verpönnt.

 

Dieser Schweller sieht in der Substanz noch relativ gut aus. Ob es tatsächlich noch der erste ist,
lässt sich mit einem Blick durch die Gummistopfen im Radhaus (zumindest bei diesem W123) feststellen.
Besserer Indikator sind die Bodenbleche. Klopfen oder (TIPP!!!) Magnet ansetzten, dann wird schnell das
Gute oder Böse offenbar. PS: Vinyl am Dach dient dazu, um die eingestückelten Blechbereiche am Dach
zu kaschieren. Der nette Cabriolook ist zusätzlicher Gewinn...


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